Don Bosco Haus Wien - Jugendbildungsstätte

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Weltreligionen - Veranstaltungen an Orten religiöser Begegnung

admin am 10. November 2009

Altkatholische Kirche
Am 16. Oktober 2009, 16 Uhr trafen sich bei sehr kaltem, regnerischem Wetter 14 Personen vor dem alten Rathaus (Wipplingerstr. 6-8), in dem sich die St. Salvatorkapelle befindet.
Wir wurden von der Pfarrsekretärin und Lektorin Frau Michaela SUMMER sehr freundlich begrüßt und durch einen kleinen Innenhof zur Kapelle geführt. Sie erzählte uns über die lange Geschichte dieses Gotteshauses. Bereits 1298 wurde im 1. Stock des Herrensitzes der Haimonen (einem alten Ritter- und Erbbürgergeschlecht) eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter Maria errichtet. Dafür wurde sogar ein öffentlicher Durchgang zwischen der heutigen Wipplingerstrasse und der Salvatorgasse überbaut. Es war keine reine Privatkapelle sondern über eine Stiege an der Südseite war diese auch öffentlich zugänglich. 1309 wurden die Haimonen wegen der Beteiligung an einem Aufstand gegen Herzog Friedrich dem Schönen geächtet und enteignet. Das Haus samt dem Kapellenpatronat wurde 1316 vom Herzog der Gemeinde Wien übergeben und zwischen 1333 und 1342 zum Rathaus umgewidmet.
Die Kapelle wurde als Ratskapelle und weiterhin als öffentliches Gotteshaus genützt. Unter dem Kaplan Jakob Poll fand ein Umbau statt, bei dem er von der Gemeinde Wien Räume, die sich unter der Kapelle befanden, erwarb und die Kirche auf Straßenniveau absenkte. Sie verfügte damals auch über mehrere Heiligenaltäre. Im 14. Jahrhundert trug sie den Namen Liebfrauenkapelle und  im 16. Jh. wurde das  Gotteshaus - in Erinnerung an die Stifter – Ottenhaymkapelle bezeichnet. Da dies von Papst Leo X. als Ketzerei gesehen wurde, erließ er 1515 in einer Bulle die Anordnung, wonach eine Neuweihe auf den Namen St. Salvator,  unter Beibehaltung des Marienpatroziniums vorgenommen werden sollte.
Das Eingreifen des Papstes könnte auch der Anlass für eine weitere Vergrößerung des Gotteshauses gewesen sein. Dabei erhielt der Bau eine zweischiffige Raumstruktur und zur Salvatorgasse hin ein neues Portal im Renaissancestil. Anlässlich der 500 Jahrfeier 1861 fand eine Renovierung des gesamten Kirchenbaues statt. Bis 1871 war St. Salvator ein römisch-katholisches Gotteshaus. Nach einem Gemeinderatsbeschluss wurde mit 15. Oktober 1871 die St. Salvatorkapelle dem „altkatholischen Aktions-Komitee“ übergeben.

Der aus Dortmund stammende jetzige Pfarrer von St. Salvator Dr. André Golob, der erst seit drei Wochen in Wien ist, stellte sich dann vor und versuchte die theologischen Unterschiede zur römisch-katholischen Kirche zu erklären. Der in Vorarlberg lebende Schwarzafrikaner Dr. John Okoro ist Bischof der Altkatholischen Kirche. Zum Schluss haben wir noch das in einem Nebenraum  auf der Orgelempore befindlichen Museum besichtigen können.     

Herzlichen Dank an Herrn Pfarrer Dr. André Golob und Frau Michaela Summer für ihre freundliche und informative Kirchenführung und Glaubensinformation.

Helene Hornich und Helene Spitalsky

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