Don Bosco Haus Wien - Jugendbildungsstätte

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Weltreligionen - Exkursionsreihe zu Orten religiöser Begegnung

admin am 18. February 2010

Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Hietzing und Pfarrcaritas

Treffpunkt war diesmal der angenehm warme Vorraum der renovierten Pfarr-und Wallfahrtskirche Maria Hietzing, wo 20 Personen am 12.02.2010, um 16.00 Uhr zusammenkamen. Wir wurden von Frau Dr. Ullrich-Hofer – einer äußerst kompetenten und liebenswürdigen Dame – begrüßt und in den Chorraum geführt. Sie gab uns zunächst einen kurzen geschichtlichen Überblick.
Bereits 1253 gab es eine kleine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter Maria, die vom Deutschen Ritterorden in den Besitz des Stiftes Klosterneuburg kam, von wo aus auch die seelsorgliche Betreuung erfolgte. Was auch heute so ist.
Immer wieder wurde diese kleine Kirche zerstört. 1484 und 1605 durch die Ungarn und 1529 durch die Türken. Aus dieser Zeit stammt auch die Legende von der Errettung der vier Hietzinger Ratsherren, die durch die Türken an einen Baum angekettet worden waren, in dessen Ästen die Statue der Hl. Maria versteckt war. Durch das Gebet zur Gottesmutter fielen ihnen die Ketten ab, was am Hochaltarbild dargestellt ist.
Auch 1683 wurde die Kirche durch die Türken vollständig abgebrannt, aber  bis 1698 wieder aufgebaut und erheblich vergrößert bzw. der Innenraum barockisiert.  Der Hochaltar wurde von Mathias Steindl  1751 in der heutigen Form errichtet. Die Deckenfresken im Chorraum stellen die „Krönung Mariens“ dar. An den Wänden befinden sich Kreuzwegbilder von Altomonte.
1690 erfolgte der Anbau der Leopoldkapelle mit dem Altarbild des Landespatrons von Wien und N.Ö. Besonders schön sind die Fresken in der Kuppel mit Bildern aus dem Leben des Heiligen, von Josef Kastner.
Anschließend gingen wir zur Schatzkammer ins Obergeschoß. Hier sahen wir kostbare Sakralgegenstände.
Frau Dr. Ullrich-Hofer zeigte uns auch einen mittlerweile zugemauerten Geheimgang, der vom Schloß Schönbrunn zum Oratorium im Obergeschoß des Chorraumes geführt hat, wodurch Kaiserin Maria Theresia ungesehen zum Gottesdienst kommen konnte. 1762 schenkte die Kaiserin den Hietzingern ein Silbergewand für die Statue der Hl. Maria. Damit das Kleid passte, mussten allerdings dem Jesuskind die Arme abgeschnitten werden.1809 musste das Kleid eingeschmolzen werden, so dass die Statue verschiedene farbige Gewänder erhielt. Erst 1829 wurde ein neues Silberkleid durch Josefa Hummel gestiftet.
1733 wurde infolge der vielen Wallfahrtsgruppen, die nach Hietzing kamen,  die Nepomukkapelle angebaut.
1786 wurde Hietzing durch Josef II. zur selbständigen Pfarre erhoben.
1863 bis 1865 wurde das Gotteshaus nach Plänen von Carl Rösner erweitert – die Westfassade und der Glockenturm wurden in neugotischem Stil errichtet.
Von der Schatzkammer führte unser Weg auf die Orgelempore, wo man einen besonders schönen Blick auf den Hochaltar und die beiden Seitenaltäre (Kreuzigung und Tod des Hl. Josef) hat.
Die Decke des Hauptraumes ist reich mit Stukkaturen von Dominicus Piazzol und Fresken von Antonio Galliardi geschmückt. Das Mitteloval zeigt die „Erwählung Mariens“ und in den Hohlkehlen acht Szenen aus dem Marienleben.
Besonders schön zu sehen ist auch die – gemäß den Intentionen des II. Vatikanischen Konzils –  2003-2005 erfolgte Umgestaltung des Innenraumes.
Der Volksaltar, der Ambo und das Taufbecken (mit Osterleuchter), das sich am Ende der Kreuzwegbilder befindet, sind aus weißem Donaukalkmarmor von Wolfgang Stracke gestaltet.

Bevor sich Frau Dr. Ullrich-Hofer von uns verabschiedete, zeigte sie uns noch eine alte Krippe, die immer in der Weihnachtszeit im Vorraum für   Kirchenbesucher aufgestellt wird, die untertags nicht in den Kirchenraum zur Hauptkrippe gehen können, weil dieser abgesperrt ist.
Danke, für die beeindruckende Führung!

Bevor wir uns auf den Weg zum Pfarrheim machten, verabschiedeten wir uns von der Gottesmutter mit einem kurzen gemeinsamen Gebet.

Im Pfarrheim erwarteten uns bereits Frau Vivianne Prager und Frau Bärbl Kainz, die gemeinsam mit 2 weiteren Damen die Pfarr-Caritas betreuen. Frau Prager ist auch verantwortliche Pfarrgemeinderätin. Darüber hinaus gibt es vor allem für das Projekt Le+O noch ca. 30 weitere ehrenamtliche Mitarbeiter und es werden noch weitere Personen gebraucht (z.B. für Fahrtendienste, ein halber Tag im Monat). Mit sehr viel Engagement erzählten uns die Damen über das überaus erfolgreiche CARITAS-Projekt .
Le = Lebensmittel und O für Orientierunggespräche und Beratung mit SozialarbeiterInnen der Caritas. Es richtet sich an Menschen mit niedrigem Einkommen, unabhängig von Religionsbekenntnis und Herkunft. Die Pfarre Hietzing ist für den 5., 12. und 13. Bezirk verantwortlich und betreut ca. 70 Personen, die 1x pro Woche (jeweils Montag von 10.00 – 11.30 Uhr) gegen einen Kostenbeitrag von € 1,- Lebensmittel bekommen. Das Angebot richtet sich nach den von Lebensmittelmärkten zur Verfügung gestellten Waren (wie Brot, Obst, Gemüse, Mehl, Zucker, Teigwaren, Konservendosen….), die durch LKW der Caritas abgeholt und zur Pfarre gebracht werden.
Sachspenden wie Lebensmittel und Kosmetika können jederzeit in der Pfarrkanzlei abgegeben werden und werden dankbar angenommen.  Finanzielle Unterstützungen an Notleidende sind nur sehr begrenzt möglich (aus dem Opferstock beim Hl. Antonius) und werden nur in Form von Direktbezahlung offener Rechnungen übernommen.
Das Haus JONA, ein Arbeitslosenprojekt für ehemalige Obdachlose, die auf Grund ihres Alters nicht mehr auf der Straße leben können, wird dadurch unterstützt, dass 1x im Monat das Abendessen gekocht wird.
Durch Benefizveranstaltungen wird das Caritas-Budget aufgebessert.
Mit Firmlingen und Ministranten wurde die „Aktion Kilo“ durchgeführt. Vor Hietzinger Geschäften wurden Kunden gebeten, Waren für die Caritas mit einzukaufen. Das ist immer sehr erfolgreich und macht den Kindern und Jugendlichen viel Freude.

Wir wünschen dem Caritas-Team Gottes Segen und weiterhin viel Erfolg und Freude!

Helene Hornich und Helene Spitalsky

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