














Das Gottesbild im Judentum und Christentum
Vortrag von Prof. DDr. Oskar Dangl
Es war ein Highlight! Zeitlich passend zum „Tag des Judentums“ am 17.01.10 hielt Herr Prof. DDr. Dangl am 14.01.2010, um 19 Uhr seinen Vortrag über das Gottesbild im Judentum und Christentum, wobei das mit Bibeln ausgestattete Auditorium aktiv einbezogen wurde.
Ausgehend von 2 Textstellen aus dem Alten Testament brachte er uns die jüdischen Aussagen über Gott sehr lebendig nahe.
Zunächst behandelte der Vortragende das Glaubensbekenntnis (Textgattung) in Deut. 26, 5-10, um heraus zu arbeiten, dass bei dieser Mose-Rede am Anfang das „Schreien“ der bedrängten Israeliten steht. Die primäre Aussage über Gott ist, dass er nicht zunächst aktiv ist. Hingegen ist Gott Adressat des menschlichen Rufens und Klagens. Die Würde des Menschen besteht aber im Gottesbezug. Gott hört und sieht die Rechtlosigkeit, Arbeitslast und Bedrängnis. Ihm geht es um die Rechte der Menschen, die Menschenwürde und Gott antwortet in konkreten Taten auf der Basis der Wahrnehmung. Er führt und rettet. „Führer“ ist ein exklusiver Gottestitel. Er allein hat das Recht zu führen. Kein Mensch hat dieses Recht. Juden werfen sich nie vor einem Menschen nieder. Es darf keine Herrschaft von Menschen über Menschen geben. Das ist eine Ursünde der Menschen. Nur Gott ist König. Er kämpft für sein Volk. Er gibt ihm Land. Gottes Menschlichkeit ist in der Bibel von Anfang an dokumentiert nicht erst durch Jesus.
In den Menschenrechten kommt es zur säkularisierten Festschreibung der Würde des Menschen.
Der Rettungserfahrung folgt das Gotteslob der Geretteten in Ex. 15, 1-21. Im Lied des Mose wird die Stärke Gottes gepriesen. Ein weiterer exklusiver Gottestitel in Ex. 15 ist: „Der Herr ist Krieger, Jahwe ist sein Name….“ Und später: „Der Herr ist König für immer und ewig.“ Diesem Lied des Mose schließt sich seine Schwester die Prophetin Mirjam mit Gesang und Paukenschlag an, die Israeliten folgen ihrem Tanz. (Gendergleichheit)
Das ist auch das exklusive Gottesbild von Jesus. Jesus sagt: „Ihr sollt euch nie Vater nennen“. Ausschließlich Gott ist Vater, Eltern (ex uterus patris), Retter, Richter, Krieger und König. Daher sind alle Menschen gleich.
Wo dies geschieht ist Gottes Reich in unserer Welt.
Nach angeregten Gesprächen nach dem Vortrag beschloss eine kleine Gruppe den Abend in der Cafeteria.
Danke an Herrn Prof. DDr. Dangl für diesen großartigen Abend.
Helene Hornich und Helene Spitalsky
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