










P. Ignaz Horvath SDB am 9.11. 2010
Thema: Johannes XXIII und die Spiritualität Don Boscos als Impuls für die Kirche von heute
Zunächst erläuterte P. Ignaz die unterschiedlichen Definitionen von Spiritualität, wie man sie im Internet bei „Google“ findet.
Am Beispiel von Franz von Sales erhielten wir ein eindrucksvolles Bild, was mit Spiritualität gemeint ist. Sowohl Johannes XXIII. als auch Don Bosco haben sich schon in jungen Jahren mit den Schriften von Franz von Sales beschäftigt.
Seine Grundgedanken sind: die Frömmigkeit muss sich der Situation anpassen,
der wahrhafte Mensch ist auch wahrhaft Christ,
alles aus Liebe nichts aus Zwang.
Lebensweisheiten, die man auch bei Johannes XXIII. in seinem „aggiornamento“ und auch bei Don Boscos Erziehungsmodell wieder findet.
In weiterer Folge stellt P. Ignaz den Lebensweg beider Persönlichkeiten vor und erläuterte so ihre Bedeutung für die Kirche von heute.
Die Fröhlichkeit und Volksverbundenheit von Johannes XXIII. zeigen seine humorvollen Bemerkungen in allen Lebenssituationen, wie zum Beispiel: Mit einem vollen Teller bei einem Buffet stehend, bemerkte er: „Es steht nirgends geschrieben, dass die guten Sachen nur für die Sünder sind.“
Aber auch ernste Situationen – wie sein Eintreten für deutsche kriegsgefangene Priester-Seminaristen und seine Besuche bei schwer verletzten Kindern – zeigen seine Beharrlichkeit und menschliche Größe. Auch erläuterte P. Ignaz die Bedeutung von zwei der acht Enzyklika, nämlich „Mater et Magistra“ und „Pacem in Terris“. Ins Auge stechend ist das Stichwort „aggiornamento“ (heutig werden).
Weiters sprach er von der Bedeutung des II. Vatikanischen Konzils für die Kirche von heute, das Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962 eröffnete und das erst von seinem Nachfolger Paul VI. abgeschlossen wurde. Bei seinem Tod meinte Chrustschow: „Er war ein Heiliger.“
Zum Leben von Don Bosco erzählte P. Horvath, dass dieser schon als Schüler einen Club der Fröhlichen gründete. Frohsinn, gute Freizeitgestaltung und Erfüllung der Pflicht als Schüler waren das Motto. Als Werkstudent erlernte er viele Berufe, die er später bei seinen Bemühungen um die herumstreunenden Jugendlichen von Turin gut gebrauchen konnte. Sein Erziehungssystem stützte sich – mit Erfolg bis heute – auf Vernunft, Religion und Liebenswürdigkeit. Auch sein bekanntes Lebensmotto aus Dantes „divina comedia“: Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen! unterstreicht seine Persönlichkeit.
Don Bosco war wahrscheinlich die größte Gestalt der Kirchengeschichte des 19 Jahrhunderts. Sicher jedoch der größte Jugenderzieher der Kirche. Mehr als 16.000 Salesianer sind bis auf den heutigen Tag auf allen Kontinenten in 133 Ländern für die Jugend tätig. Beide Persönlichkeiten sind voll und ganz für ihre Mitmenschen eingetreten. Der eine für eine lebendige Kirche von heute und der andere als großer Jugenderzieher.
54 begeisterte Zuhörer dankten P. Horvath mit lang anhaltendem Applaus für seine Ausführungen
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