Don Bosco Haus Wien - Jugendbildungsstätte

  • Don Bosco Haus Wien
  • © kathbild.at / Rupprecht
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Pädagogisches Konzept

"Religion und Vernunft sind die beiden Pfeiler meiner Erziehung." Don Bosco

Der besondere Beitrag der Salesianer für die Pädagogik ist das von Don Bosco grundgelegte Präventivsystem (Pädagogik der Vorsorge). Basierend auf dem christlichen Menschenbild wird der Qualität der Beziehung zwischen dem Pädagogen und dem Jugendlichen größter Wert beigemessen. Verschiedene Prinzipien und Grundsätze sind Wesensmerkmale dieses Erziehungssystems.

 

Ganzheitliche Sorge um junge Menschen - Oratorianisches Prinzip

Wie das erste von Don Bosco in Turin gegründete Oratorium (= Unterrichts-, Versammlungs-, Erholungs-, Spiel- und Gebetsraum) ist jede Einrichtung der Salesianer

  • ein Haus, das den Jugendlichen aufnimmt und Beheimatung schenkt,
  • eine Pfarrgemeinde, in der Impulse für ein Leben aus dem Glauben gegeben werden,
  • eine Schule, die auf das Leben vorbereitet, und
  • ein Spielhof, wo man einander freundschaftlich begegnet.

Don Bosco fasste seine Zielvorstellung des pädagogischen Prozesses zusammen in dem Anliegen, "ehrenwerte Bürger und gute Christen" heranzubilden. Auf dem Weg der ganzheitlichen Förderung wird der junge Menschen begleitet zu einem Leben nach humanen und christlichen Grundwerten. Er entwickelt sich hin zu einer reifen Persönlichkeit, die verantwortungsbewusst, frei und entscheidungsfähig ist.

 

Assistenz als Da-Sein für und Dabei-Sein mit jungen Menschen

Die Pädagogik der Vorsorge erfordert einen Umgangsstil mit Jugendlichen, der grundsätzlich partnerschaftlich und partizipativ ist. Er ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und dem ehrlichen Interesse für den jungen Menschen. Dieser Stil äußert sich im konkreten Da-Sein für und Dabei-Sein mit den jungen Menschen. Don Bosco prägte dafür den Ausdruck „Assistenz“. 

 

Liebenswürdigkeit, Vernunft und Religion - die Säulen des pädagogischen Handelns

Die salesianische Pädagogik rechnet mit den Kräften des Herzens, des Verstandes und der Sehnsucht nach Gott, die jeder Mensch in sich trägt. Mit den drei Säulen Liebenswürdigkeit, Vernunft und Religion meint Don Boscos:

  • Liebenswürdigkeit im Umgang miteinander in der personalen Beziehung zwischen dem Jugendlichen und dem Erzieher;
  • Vernunft, die auf Erklärung und Einsicht aufbaut, anstatt die Übertretung von Gesetzen zu bestrafen;
  • Vertrauen auf den liebenden Gott, der den Glauben an den guten Kern in jedem Menschen zur Grundlage des Umgangs miteinander macht.

Bei der Erziehung, die auf den genannten drei Säulen ruht, kann das für Don Bosco wichtige pädagogische Klima der Familiarität entstehen. In diesem Klima erfährt der junge Mensch Geborgenheit und Annahme und kann am vorgelebten Modell der Gemeinschaft der Erzieher Werte erleben und einüben, die für seine affektive und geistige Entwicklung notwendig sind.